Friedrich Hechelmann ist ein weit über die Grenzen des Allgäus hinaus bekannter Künstler. Kunsthalle im Schloss, Isny.

“Über Jahrtausende war die Betrachtung der Natur das große Thema der Malerei. Dass wir dieses Thema heute als niedlich abtun, zeigt unsere Arroganz und Selbstüberheblichkeit, unsere Naturentfremdung”, sagt Friedrich Hechelmann und malt mit seiner ganzen Kraft gegen diese Entwicklung an. Denn seine Kunst lebt aus der Ehrfurcht vor der Schöpfung. “Die Natur braucht uns nicht, aber wir sie. Deshalb soll sie auch heute noch Thema der Kunst bleiben”, argumentiert der Maler. Die Natur ist für ihn das große Symbol für alles, was den Menschen ausmacht und angeht. Deshalb lassen seine Visionen das Abbildhafte weit hinter sich, zu Seelenlandschaften, sind Bild gewordene Träume.
Text Gisela Linder aus dem Buch “Friedrich Hechelmann – Wandlungen”, Verlag Robert Gessler 3. erweiterte Auflage 1994

Schon in seiner Wiener Akademiezeit faszinierten Friedrich Hechelmann die Malerei und Illustration gleichermaßen, und er wechselte zwischen beidem. Zwischen der großformatigen Tafelmalerei und den kleinformatigen, mit feinstem Marderhaarpinsel – ebenfalls in Aquarellfarben – gearbeiteten Illustrationen sind die Grenzen fließend, wo es um die Inszenierung geheimnisvoller Landschaftsräume geht. Der Illustrator bevölkert sie mit allerlei wunderlichen, skurril-witzigen und grotesken, verträumten und verzaubernden Phantasie- und Fabelwesen. Hechelmann ist einer der großen Geschichtenerzähler unserer Zeit. Seine magische Welt blüht auf aus einem unerschöpflichen Reichtum koloristischer und figurativer Einfälle. Populär wurde er als Illustrator durch zahlreiche Bücher im In- und Ausland.
Text: Gisela Linder
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Der Filmemacher, dem mit „Hechelmanns Traumtheater” ein poetisches Gesamtkunstwerk gelang, ersinnt seine Figuren nicht nur, sondern näht diese Puppen eigenhändig, entwickelt deren Bewegungsmechanismus, erfindet ihre Choreographie, ist Drehbuchautor, Bühnenbildner, Regisseur und arbeitet technisch versiert im Fernsehstudio mit derselben Hingabe, wie der Maler in der Abgeschiedenheit seines Ateliers.
Im Videoraum der Kunsthalle können Sie zwei 45-minütige Portraits über den Künstler sehen. Schon die Titel „Atlantis liegt im Allgäu” oder “Friedrich Hechelmann und seine Bibel – ich male meine Träume” machen neugierig, der Vielseitigkeit dieses Künstlers zu begegnen.

Diese Ballade nach Adalbert von Chamisso hat Hechelmann in eine poetische Bildsprache verwandelt und in eine Symbiose aus Malerei, Musik, Sprache und Naturaufnahmen aus der Vogelperspektive gebracht.

Was passiert, wenn Gnomen sich abends treffen, herrliches Bier und die köstlichsten Speisen auffahren lassen, sich bei Musik und Tanz vergnügen und zusehends in gar nicht höfische Sitten verfallen? Nach einer Ballade von Heinrich Seidel.

Friedrich Hechelmann setzt sämtliche Spielarten modernster Fernsehelektronik artistisch um, um die Geschichte nach dem Andersen-Märchen “Das Mädchen mit den Schwefelhölzern” gekonnt in Szene zu setzen. Bildwelt und Realität, Malerei und Natur, Traum und Wirklichkeit verschmelzen darin zu einem optisch-akustischen Gesamtkunstwerk.

Eine seiner liebenswertesten, selbsterfundenen Figuren ist Justus Suppenstroh. In einer kostbaren Gondel schwebt der steinalte Theaterdirektor aus den Gefilden der Seligen zurück auf die Bühne. In virtuosen, heiteren, bizarren, unerhört kunstvollen Piècen setzt Hechelmann fort, was er mit seinem Film „Ein Weihnachtstraum” begonnen hat: raffinierte Vermengung von Puppen, Schauspielern und gemalten Panoramen. Schier schwerelos mutet die zarte Traumwelt an. Hinter schmetterlingsleicht vorgeführter Anmut der Bilder steckt hartes filmisches Experimentieren seit Jahren.
DIE ZEIT

Gerhard Konzelmann portraitiert den Künstler Friedrich Hechelmann.
Über ein Jahr hat Gerhard Konzelmann den Künstler Friedrich Hechelmann bei seiner Arbeit am Traumtheater und in seinem Atelier auf dem Schiedelhof begleitet.
Hechelmann erzählt von sich selbst, seinem Leben, seinen Ängsten, seinen Freuden und Vorlieben.

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